Office NX: TextMaker
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Details
- Bewertung
- 4,6
- Version
- 2024.1229.0929.0
- Entwickler
- SoftMaker Software GmbH
Wenn mehrere Menschen denselben Rechner oder dasselbe Tablet für Briefe, Bewerbungen, Schulunterlagen und Vereinsdokumente nutzen, entscheidet nicht nur die Zahl der Funktionen über eine gute Office-App. Wichtig ist auch, ob man schnell loslegen kann, ob Word-Dateien sauber weitergegeben werden und ob jeder im Haushalt seine Arbeitsweise beibehalten kann. Genau dort habe ich Office NX: TextMaker von SoftMaker Software GmbH ausprobiert. Die App ist eine Textverarbeitung aus dem Effizienzbereich und richtet sich besonders an Nutzer, die mit vorhandenen Word-Dokumenten arbeiten möchten, statt sich erst an ein völlig neues Format zu gewöhnen.
Mein erster Eindruck fällt klar aus: Das Programm wirkt nicht wie ein einfacher Notizblock mit ein paar Formatierungsbuttons, sondern wie ein ernsthaftes Schreibwerkzeug für längere und formellere Texte. Gleichzeitig ist es nicht automatisch die beste Wahl für jede Person. Wer nur gelegentlich eine kurze Einkaufsliste tippt, wird viele Möglichkeiten kaum brauchen. Wer dagegen an einem gemeinsamen Gerät regelmäßig Briefe, Lebensläufe, Anträge oder Hausaufgaben bearbeitet, bekommt eine deutlich passendere Umgebung.
Ein gemeinsames Gerät wird mit TextMaker nicht automatisch zum gemeinsamen Konto
Im Haushalt liegt der praktische Vorteil zunächst auf der Hand: Eine Person kann einen Brief beginnen, später kann jemand anderes ein Dokument öffnen, korrigieren und wieder speichern. Das funktioniert besonders sinnvoll, wenn die Dateien ordentlich in getrennten Ordnern liegen und nicht alle Entwürfe auf dem Desktop durcheinandergeraten. TextMaker eignet sich dabei als gemeinsamer Schreibplatz, aber nicht als Ersatz für eine klare Haushaltsorganisation.
Ich würde deshalb schon vor dem ersten längeren Dokument eine einfache Regel festlegen: Jeder Nutzer verwendet einen eigenen Ordner, und Dateinamen beginnen mit einem eindeutigen Hinweis wie „Mutter“, „Verein“ oder „Schule“. Das ist keine besondere Funktion der App, sondern eine kleine Arbeitsweise, die bei gemeinsam genutzten Geräten viel Ärger spart. Gerade bei mehreren Versionen eines Schreibens ist es sonst leicht, eine ältere Datei zu überschreiben oder die falsche Fassung weiterzugeben.
Für einen typischen Alltag sieht das so aus: Am Vormittag erstellt jemand einen Lebenslauf, am Nachmittag ergänzt ein anderes Familienmitglied ein Anschreiben, und abends wird ein Formular für den Verein angepasst. In diesem Ablauf spielt TextMaker seine Stärke aus, weil alle drei Aufgaben auf derselben Textverarbeitung aufbauen. Man muss nicht für jede Datei ein anderes Programm öffnen, und Word-Dokumente bleiben der natürliche Bezugspunkt.
Der wichtigste Haushalts-Tipp ist deshalb nicht eine versteckte Einstellung, sondern eine saubere Dateigewohnheit: Vor dem Bearbeiten sollte man prüfen, ob man wirklich die aktuelle Fassung geöffnet hat. Bei gemeinsam genutzten Geräten ist diese Kontrolle wichtiger als ein besonders schickes Startmenü. Die App kann beim Schreiben helfen, aber sie kann keine unklare Ablageordnung für die Familie ersetzen.
Was beim Einstieg angenehm ist
Der Einstieg ist grundsätzlich unkompliziert, weil TextMaker als vollständige Office-Textverarbeitung positioniert ist und sich nicht auf kurze Notizen beschränkt. Wer bereits mit Word gearbeitet hat, findet gedanklich schnell den richtigen Ansatz: Dokument öffnen, Text bearbeiten, Formatierung anpassen und anschließend wieder speichern. Das macht die App für Haushalte interessant, in denen nicht alle Nutzer gleich technikbegeistert sind.
Ich finde außerdem hilfreich, dass man die App nicht erst wegen eines einzelnen Spezialprojekts installieren muss. Sie kann als dauerhaftes Schreibprogramm dienen: für formelle Briefe ebenso wie für längere persönliche Texte. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person auf dem gemeinsamen Gerät jedes Mal nach einer anderen Lösung sucht.
Der Preis ist ebenfalls niedrigschwellig: Die App ist kostenlos erhältlich. Gleichzeitig können bei der Abrechnung über Google Play In-App-Käufe zwischen 0,99 € und 11,49 € anfallen. Für mich bedeutet das: Man sollte vor der intensiven Nutzung prüfen, welche Funktionen im eigenen Arbeitsablauf frei verfügbar sind und wann ein Kauf relevant wird. Die kostenlose Installation macht das Ausprobieren einfach, aber „kostenlos“ sollte man nicht automatisch mit „jede mögliche Funktion ohne Einschränkung“ gleichsetzen.
Getrennte Arbeitsbereiche brauchen klare Grenzen
Bei einem gemeinsam verwendeten Gerät würde ich nicht davon ausgehen, dass die App persönliche Konten oder eine Familienverwaltung ersetzt. Für getrennte Identitäten sind weiterhin die Benutzerkonten des Geräts, eigene Ordner oder eine andere bewusst gewählte Ablage zuständig. Das ist besonders wichtig, wenn Bewerbungen, persönliche Briefe oder schulische Unterlagen nicht für alle sichtbar herumliegen sollen.
Wer mit vertraulichen Dokumenten arbeitet, sollte daher vor dem Speichern überlegen, wer später Zugriff auf das Gerät und den jeweiligen Ordner hat. Ein gemeinsamer Schreibplatz ist praktisch, aber er schafft keine automatische Trennung zwischen den Personen. Diese Grenze ist kein Mangel, den man mit einer versteckten Option beheben sollte, sondern eine Frage der Geräte- und Dateiorganisation.
Für Kinder und Jugendliche würde ich die App eher als Schreibwerkzeug unter Begleitung eines Erwachsenen einführen. Das Alterssiegel „USK ab 0 Jahren“ macht sie grundsätzlich auch für junge Nutzer unproblematisch, sagt aber nichts darüber aus, wie sorgfältig Dateien abgelegt oder weitergegeben werden. Bei einer Hausaufgabe ist das meist überschaubar. Bei persönlichen Daten in einem Lebenslauf oder einem Antrag sollte ein Erwachsener trotzdem erklären, welche Datei wohin gehört und wer sie erhalten darf.
Zusammenarbeit funktioniert am besten über Dateien, nicht über Erwartungen
TextMaker ist für mich vor allem dann stark, wenn die Zusammenarbeit über Dokumente läuft. Eine Person schreibt, eine zweite liest gegen, und eine dritte übernimmt die finale Fassung. Das passt zu vielen Haushaltsaufgaben, bei denen nicht alle gleichzeitig am selben Text arbeiten müssen. Für eine gemeinsame Planung am selben Bildschirm oder für spontane Live-Abstimmungen würde ich dagegen eher ein Werkzeug wählen, das ausdrücklich auf gleichzeitige Zusammenarbeit ausgelegt ist.
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Eine vollständige Textverarbeitung kann beim Erstellen eines sauberen Dokuments mehr leisten als ein einfacher Online-Editor, aber sie ersetzt nicht automatisch jede Form von Teamarbeit. Wenn zwei Personen parallel Änderungen diskutieren und sofort sehen müssen, was die andere gerade tippt, ist ein kollaboratives Online-Dokument oft bequemer. Wenn hingegen eine fertige Datei im Word-Umfeld benötigt wird, wirkt TextMaker für mich zielgerichteter.
Im Haushalt würde ich einen einfachen Übergabeprozess nutzen: Die schreibende Person speichert zunächst einen Entwurf, die prüfende Person arbeitet an einer Kopie, und erst danach wird eine finale Version benannt. Das klingt etwas vorsichtig, verhindert aber, dass bei einer kleinen Korrektur der komplette vorherige Stand verloren geht. Besonders bei Anträgen oder Bewerbungstexten ist diese zusätzliche Version den kleinen Mehraufwand wert.
Ein weiterer praktischer Punkt ist die Weitergabe. Wenn ein Dokument an eine Schule, einen Verein oder eine Behörde geht, sollte man es vor dem Versand noch einmal öffnen und auf Seitenumbrüche, Überschriften und persönliche Angaben prüfen. Das gilt gerade dann, wenn mehrere Personen am Text gearbeitet haben. Die App nimmt einem die redaktionelle Verantwortung nicht ab; sie gibt einem aber eine passende Umgebung, um solche Dokumente ordentlich vorzubereiten.
Wo die klassischen Alternativen besser passen
Gegenüber einer einfachen Notiz-App bietet TextMaker deutlich mehr Struktur für längere Texte. Wer nur Stichpunkte sammeln möchte, empfindet eine vollständige Textverarbeitung möglicherweise als zu umfangreich. Für einen schnellen Einkaufszettel oder eine kurze Erinnerung würde ich persönlich nicht extra ein großes Dokument anlegen.
Im Vergleich zu webbasierten Office-Lösungen sehe ich den Vorteil vor allem bei Nutzern, die mit Word-Dateien arbeiten und nicht jedes Dokument in einen anderen Arbeitsablauf übertragen möchten. Online-Dienste sind oft angenehmer, wenn mehrere Personen gleichzeitig kommentieren oder von vielen Geräten aus auf denselben Stand zugreifen. TextMaker ist für mich dagegen die bessere Richtung, wenn das eigentliche Ziel ein sauber bearbeitetes Dokument ist und nicht die gemeinsame Live-Bearbeitung.
Auch gegenüber einer mobilen Standard-Textverarbeitung hängt die Entscheidung vom Gerät ab. Auf einem kleinen Smartphone kann eine umfangreiche Oberfläche anstrengender wirken als eine reduzierte Schreib-App. Auf einem größeren Bildschirm oder mit Tastatur kommt der Anspruch als vollständiges Schreibprogramm besser zur Geltung. Für ein gemeinsames Tablet im Haushalt ist daher entscheidend, wie viel Text tatsächlich entsteht und ob die Nutzer eher kurze Eingaben oder formatierte Dokumente bearbeiten.
Die App ist seit dem 30.04.2021 verfügbar und wird in der aktuellen Version 2024.1229.0929.0 angeboten. Unterstützt wird mindestens Android 9. Das ist für viele noch im Einsatz befindliche Geräte eine brauchbare Voraussetzung, dennoch sollte man vor der Installation prüfen, ob das konkrete Familiengerät diese Android-Version erreicht. Gerade bei älteren Tablets ist die Betriebssystemgrenze oft wichtiger als die Frage, ob die Hardware auf dem Papier noch leistungsfähig wirkt.
Für welche Haushaltsaufgaben ich sie empfehlen würde
Besonders passend finde ich TextMaker für Bewerbungen, offizielle Schreiben, Vereinsarbeit, längere Schultexte und private Dokumente, die später als Word-Datei weitergereicht werden sollen. In all diesen Fällen zählt nicht nur das Tippen, sondern auch ein verlässlicher Umgang mit Absätzen, Überschriften und einem nachvollziehbaren Dokumentstand.
Ein realistischer Ablauf wäre ein gemeinsamer Antrag: Eine Person sammelt die Inhalte, eine zweite verbessert Formulierungen, und anschließend prüft jemand die persönlichen Angaben. Ich würde dabei nicht direkt auf der einzigen Originaldatei arbeiten. Stattdessen bekommt jede Bearbeitungsphase einen klaren Dateinamen. So lässt sich bei einem Fehler zurückgehen, ohne dass die gesamte Arbeit neu geschrieben werden muss.
Auch für Jugendliche kann die App sinnvoll sein, wenn sie lernen sollen, einen formellen Text selbst zu erstellen. Ich würde ihnen zeigen, wie man ein Dokument verständlich benennt, eine Kopie für die Korrektur anlegt und vor dem Teilen persönliche Daten kontrolliert. Das sind Fähigkeiten, die über diese eine App hinausgehen und im späteren Schul- oder Berufsalltag nützlich bleiben.
Weniger überzeugend ist die Wahl für Haushalte, die ausschließlich gleichzeitig und online an einem Dokument arbeiten möchten. Ebenso würde ich sie nicht als erste Empfehlung für Personen nennen, die nur sehr kurze Notizen verfassen und jede zusätzliche Oberfläche als Belastung empfinden. In solchen Fällen ist eine schlankere Notiz-App schneller und angenehmer.
Alter, Vertrauen und der Umgang mit persönlichen Texten
Das niedrige USK-Alter spricht dafür, dass die App selbst keine problematische Inhalteinstufung mitbringt. Trotzdem sollte man zwischen der Unbedenklichkeit des Werkzeugs und der Sensibilität der damit erstellten Dokumente unterscheiden. Ein Kind kann damit einen Aufsatz schreiben, während ein Erwachsener dieselbe App für einen Lebenslauf mit Adresse und Kontaktdaten nutzt. Die Anwendung ist dieselbe, die Verantwortung beim Speichern und Teilen aber nicht.
In einem Haushalt mit gemeinsamem Gerät würde ich deshalb vor allem die Sichtbarkeit der Ordner und Dateien erklären. Wer darf den Text lesen? Welche Version darf verschickt werden? Wo liegt die Datei nach der Bearbeitung? Solche Fragen sind wichtiger als die bloße Entscheidung, ob eine App für alle Altersgruppen geeignet ist.
Die hohe Akzeptanz im Store passt zu meinem Eindruck, dass das Programm einen klaren Zweck erfüllt: Es hat eine durchschnittliche Bewertung von 4,6 bei rund 30.000 Bewertungen und kommt auf über 500.000 Installationen. Diese Zahlen sind für mich ein Hinweis auf eine etablierte Nutzung, aber kein Ersatz für die eigene Prüfung. Ein Haushalt mit stark unterschiedlichen Erwartungen sollte besonders darauf achten, ob alle mit dem Umfang der Textverarbeitung zurechtkommen.
Mein Urteil für den gemeinsamen Haushalt
Ich würde Office NX: TextMaker einem Haushalt empfehlen, der regelmäßig formelle oder längere Dokumente erstellt und dabei möglichst nah am Word-Arbeitsablauf bleiben möchte. Die kostenlose Basis macht den Einstieg leicht, die Unterstützung von Geräten ab Android 9 erweitert die Einsatzmöglichkeiten, und der Ansatz als vollständige Textverarbeitung ist für Briefe, Bewerbungen und Schultexte deutlich sinnvoller als eine reine Notiz-App.
Meine Empfehlung gilt aber mit einer klaren Bedingung: Die Familie sollte die Dateiverwaltung selbst ernst nehmen. TextMaker trennt nicht automatisch die persönlichen Bereiche der Nutzer, und es ist nicht automatisch ein Live-Kollaborationsdienst. Wer eigene Ordner, verständliche Dateinamen und Kopien für wichtige Bearbeitungsstände verwendet, wird wesentlich weniger Reibung erleben.
SoftMaker Software GmbH hat hier ein Werkzeug geschaffen, das ich vor allem als praktische Word-orientierte Schreibumgebung sehe. Es ist nicht für jede kleine Notiz nötig und nicht die erste Wahl für paralleles Online-Arbeiten. Für den gemeinsamen Haushalt, in dem ein Gerät mehrere ernsthafte Schreibaufgaben abdecken soll, ist es jedoch eine überzeugende Option. Mein Fazit: ausprobieren lohnt sich besonders dann, wenn aus Texten fertige Dokumente werden sollen und klare Übergaben wichtiger sind als gemeinsames Tippen in Echtzeit.











